Christchurch 2 Jahre nach dem grossen Beben

Christchurch 2 Jahre nach dem grossen Beben

13. Februar 2013: Mein erster Besuch Christchurchs seit dem schweren Erdbeben, das am 22. Februar 2011 die Innenstadt zerstörte, Menschenleben kostete und die bis dahin sicher geglaubte Zukunft vieler Einwohner in nur wenigen Stunden schlagartig änderte.

Traurig. Sehr traurig. So stehe ich am Zaun gegenüber der Cathedral. Im ersten Moment habe ich sie nicht einmal erkannt. Neben mir steht ein Pärchen – mit ähnlich traurigen Gesichtern – die Finger zeigen in verschiedene Richtungen: “Da stand das Hotel in dem wir übernachtet haben; da war das Reisebüro; da drüben war der schöne kleine Markt…”. Über zwei Jahre nach dem Beben ist die innere Innenstadt nach wie vor abgesperrt. Es ist früher Abend.  Keine Bauarbeiter sind mehr unterwegs, es ist menschenleer und still. Bis auf den Wind und das ein oder andere Auto auf der Gloucester Street,  der einzigen Straße, die in der Innenstadt noch für den Verkehr offen ist,  sind keine Geräusche zu vernehmen. Es wird dunkel, der Himmel ist grau, ich habe Tränen in den Augen. Ich mache mich auf die Suche nach etwas Essbarem und nach Zeichen, dass Christchurch doch noch lebt. Auf geht’s Richtung Christchurch Art Galerie – sie steht noch und sieht gut aus! Voller Hoffnung suche ich nach dem Eingang und den Öffnungszeiten. Leben! Ein Restaurant! Freude! Leider währt diese nicht lange. Der Eingang zur Galerie ist gefunden – ein großer Brief an der Tür: “Wir werden voraussichtlich erst 2014 wieder öffnen”. Schade. Der Brief ist aber auch voller Hoffnung und verspricht eine Beschäftigung für den nächsten Tag. Er erklärt, dass die Art Galerie Kunst außerhalb der Räume der Galerie ausstellt. In und um Christchurch sind viele verschiedene Kunstwerke zu bestaunen und ich freue mich bereits darauf, morgen mehr davon zu finden!

Nun aber erstmal zum Essen. Fiddlesticks  ist ein feines Restaurant mit hochwertigen Gerichten. Der Blick auf die Karte lässt mir das Wasser im Mund zusammenlaufen.  Eingetreten und kurz gefragt:“ Nehmt ihr noch Reservierungen für morgen Abend (Valentinstag) an?“ “Nein, bereits ausgebucht”. Das war zu erwarten.“ Habt ihr eine Idee wo man eventuell noch einen Tisch reservieren kann?“ Vorgeschlagen werden 2 Restaurants gleich um die Ecke (Leben!!). “Cook’n with Gas” und “The Coffee House”. Auf geht’s zum ersteren.“ Nein, auch hier gibt es für morgen keinen Tisch mehr… und heute sind wir auch ausgebucht.” Ich freue mich für das Restaurant und mache mich auf den Weg zu The Coffee House. Yeah! Hier gibt es noch einen Tisch für Valentinstag. Klasse,  Buchung ist gemacht und zurück geht’s zu Fiddlesticks für heute. Rib Eye Steak und Fisch des Tages… ein Genuss! Der Wein ist fabelhaft, die Bedienung super nett! Langsam schlendere ich durch die menschenleere Stadt zurück zu meiner Unterkunft auf der Columbo Street - Alternative Accomodation – die haben hier 5 kleine Units für $100-140/Nacht mit super Ausstattung und Service!

Ich freue mich auf morgen und  hoffe, dass ich während der normalen Öffnungszeiten doch noch eine etwas lebhaftere Stadt  erleben  werde.

CHC cafeGuten Morgen! Ich benötige Internet… und Kaffee.  Ein paar Schritte von meiner Unterkunft entfernt ist ein Café, Coffee Culture.  Die machen mir einen leckeren Flat White und bieten kostenfreies Internet. Während ich über meinen E-mails sitze, bemerke ich 2 Männer am Tisch gegenüber. Einer ist offensichtlich ein Handwerker (erkannt an der orangenen Weste die “Construction” aufgedruckt hat), der andere scheint ein Haus zu bauen, oder besser gesagt wieder aufzubauen. Ein paar wenige Minuten später bemerke ich, dass beide Deutsch sprechen. Es stellt sich heraus, dass beide Männer original aus Deutschland stammen, nun aber in Christchurch leben. E-mails werden ausgetauscht.  Wenn ich den einen Artikel über “Christchurch 2 Jahre nach dem Beben” verfassen werde, werden mir Stefan und Hans sicher die eine oder andere interessante und traurige Geschichte erzählen können…

Heute ist Valentinstag – ich verbringe ihn in der Stadt mit dem gebrochenen Herzen. Ich bin auf der Suche nach Positivem – Hoffnung und Liebe. Ich mache mich auf den Weg zur Lincoln Universität, um mich da mit einer in Christchurch lebenden deutschen Freundin zu treffen. Auf dem Weg nach Lincoln verfahre ich mich ein wenig – Siri (Navi-Stimme meines schlauen Telefons) bekommt das mit den neuen Straßen noch nicht ganz hin. Ich nehme es mit Humor und freue mich über den neuen Highway der durch die Stadt führt. Kurzer Stopp, um nach dem Weg zu fragen: Die sehr nette Dame ist aus Christchurch  erklärt mir wie ich von A nach B komme. Ein Krankenwagen fährt vorbei. Sie pausiert für eine Sekunde und sagt: “Das ist schon der dritte Krankenwagen den ich heute morgen sehe, da werden die Erinnerungen an die Erdbeben wieder wach”. Sie hat Tränen in den Augen, erklärt mir aber den Weg weiter. Ich danke und mache mich auf den Weg. Allein im Auto denke ich an die nette Frau.  Wie muss sie sich wohl fühlen, 2 Jahre und zehntausende Erdbeben später. Ich war selbst  im Jahre 2002 bei der schweren Flut in Deutschland/Sachsen  Betroffene  gewesen, kann also leider ein paar Parallelen ziehen. Wie der Krankenwagen hier in Christchurch ans Erdbeben erinnert, denke ich beim Anblick einer überfluteten Straße oder eines Sandsackes auch jedes mal an die Naturkatastrophe zurück, die viele meiner Freunde betroffen und große Schäden an Eigentum angerichtet hat.

lincoln uniEine halbe Stunde später erreiche ich die Lincoln Universität. Wir treffen uns an der Bibliothek, ein wunderschönes Gebäude, im Mittelpunkt des Campus. Hier – 22 km vom Christchurch Stadtzentrum - sieht alles so aus als ob nie ein Erdbeben stattgefunden hat. Meine Freundin Meike erzählt mir von ihren Erlebnissen. Ein paar Gläser sind aus dem Schrank gefallen und das Badezimmer sah aus, als ob ein Wirbelsturm hindurchgefegt wäre. Das Haus steht aber und sie lebt nach wie vor da. Meike ist eine von vielen Bewohnern Christchurchs die vom Erdbeben größtenteils verschont geblieben sind. In die Stadt fährt Sie seit 2 Jahren kaum noch.

Für mich geht es aber zurück ins Zentrum – auf zum “Container Mall”. Was für eine tolle Idee! Geschäfte in Containern. Errichtet im Zentrum, wo Ruinen bereits geräumt wurden. Hier gibt es einen großen Outdoor Laden, Cafes, viele kleine Boutiquen, geschmackvolle Souvenirläden und Fritz’s Wieders (die lustigerweise nur Bockwurst verkaufen). Banken und eine Post gibt es auch. Ich versende Postkarten und Souvenirs vom “Postcontainer”, beantworte ein paar E-mails über chc container malleinem Flat White in einem der farbenfrohen Cafes (Internet wird kostenfrei von Trade Me gesponsert – Trade Me ist die neuseeländische Version von E-Bay), ich esse eine Bratwurst von Fritz’s und schlendere durch ein paar der Geschäfte. In einem Kunst-/Souvenirladen komme ich ins Gespräch mit der Verkäuferin. Ja, sie war und ist immer noch von den Auswirkungen des Bebens betroffen. Das Haus steht nicht mehr. Sie erzählt mir von den Schwierigkeiten, eine neue Wohnung zur Miete zu finden. Sie lächelt während des ganzen Gesprächs. Ich bemerke, dass Sie sehr positiv über ihre aktuelle Situation und die Zukunft denkt und sie erklärt mir,  wie schön Christchurch trotz des Erdbebens nach wie vor ist. “Es nutzt ja nichts zu jammern. Wir machen das Beste aus der Situation”. Sie macht deutlich, dass Christchurch Besucher braucht um am Leben zu bleiben. Ich bezahle für meine neuen Silbernen Ohrringe und schlendere weiter. Der kleine Markt,  der einst direkt auf dem Chathedral Square beheimatet war, hat nun hier zwischen Containern ein neues zu Hause gefunden. Ich freue mich, dass der Jadestand noch da ist und dass man wieder Possumsocken kaufen kann!

Fortsetzung HIER: Teil 2

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