Erfahrungsbericht: Kepler Track

Erfahrungsbericht: Kepler Track

Beitrag von Caro & Martin und deren Reiseblog: We Travel the World

6 Gründe, warum der Kepler Track der schönste Great Walk Neuseelands ist

Der Kepler Track ist einer der Great Walks in Neuseeland und liegt bei Te Anau auf der Südinsel Neuseelands. Er ist 60 km lang. Der höchste Punkt ist mit 1400 m der Luxmore Saddel und der niedrigste am Lake Manapouri mit 180 m.

Du kannst den Kepler Track in 3 oder 4 Tagen wandern. Wir empfehlen die viertägige Version, dann bist Du jeden Tag so ca. 4-5 Stunden unterwegs, was wir immer als eine angenehme Wanderzeit empfinden. Vor allem kannst du so viel besser die einmalige Landschaft genießen.

Das besondere an diesem Track ist die Vielfältigkeit der Landschaft. Du wanderst durch verwunschenen Südbuchenwald aber auch durch alpine und karge Gebirgslandschaft mit fantastischen Aussichten.

Übrigens gibt es auf diesem Track jedes Jahr im Dezember die Kepler Challenge, ein Ultra Trailrun, bei dem die gesamte Strecke gelaufen wird. Der Rekord liegt derzeit bei unglaublichen 4:33:37h. Unvorstellbar, oder?

Folgend findest du 6 Gründe, warum der Kepler Track der schönste Great Walk Neuseelands ist, eine Packliste für den Kepler Track und einige andere wichtige Informationen:

1. Der Kepler Track ist ein Loop Walk

  • Tag 1: Te Anau Parkplatz → Luxmore Hut (13,8 Kilometer, 4 bis 6 Stunden)
  • Tag 2: Luxmore Hut → Iris Burn Hut (14,6 Kilometer, 5 bis 6 Stunden)
  • Tag 3: Iris Burn Hut → Moturau Hut (16,2 Kilometer, 5 bis 6 Stunden)
  • Tag 3: Moturau Hut → Te Anau Parkplatz (15,5 Kilometer, 5 bis 6 Stunden)

Viele der Mehrtageswanderungen und Great Walks in Neuseeland sind Oneway Wanderungen. Der Nachteil daran ist, dass Du Dir immer irgendwie eine Transportlösung suchen musst. Und die sind meistens mit Kosten verbunden.

Dieses Organisationsproblem gibt es beim Kepler Track nicht. Wenn Du Dein Auto nicht unbewacht am Start- und Endpunkt stehen lassen möchtest, kannst Du es auch in Te Anau auf dem Campingplatz stehen lassen und direkt von dort starten. Das bedeutet für den ersten Wandertag 2 km, also ca. 45 Minuten, extra.

Wir hatten unseren Camper an den „Control Gates“ vom Lake Te Anau geparkt und er ist zum Glück nicht aufgebrochen worden. Leider passiert das immer wieder, da die Diebe natürlich wissen, dass dort Autos für längere Zeit unbeaufsichtigt stehen.

2. Das unbeschreibliche Gefühl, wenn Du das erste Mal aus dem Wald trittst und die Aussicht erblickst

Die erste Stunde läufst Du ganz entspannt durch wunderbaren Buchen Wald am Seeufer des Lake Te Anau entlang. Danach beginnt der Weg sanft anzusteigen und wird bald zu anstrengenden Serpentinen. Es geht über Treppen vorbei an Lime Stone Formationen und mit Flechten behangenen Bäumen. Wir hatten strahlenden Sonnenschein und durch das Licht und Schattenspiel erschien uns der Wald wie aus Herr der Ringe.

Wir empfehlen Dir auf jeden Fall, die Mittagspause über der Baumgrenze zu machen. Irgendwann nach dem anstrengenden Aufstieg beginnt sich der Wald langsam zu lichten und plötzlich liegt dieses einmalige Landschaftspanorama vor Dir.

Du hast einen atemberaubenden Blick über den See und das Örtchen Te Anau – perfekt für eine Mittagspause. Dieser Ausblick begleitet Dich dann auch den zweiten Tag der Wanderung.

3. Du triffst auf den verrückten Ranger Patt von der Luxmore Hut

Wir kamen gegen 15 Uhr an der Luxmore Hut an und suchten uns erstmal unsere Betten aus. Nachdem wir uns ein wenig frisch gemacht hatten, nahmen wir an einer kleinen Einführung durch den Ranger Patt in die Tier- und Pflanzenwelt der Kepler Mountains teil. Und ich sag’s Dir, der Kerl ist echt ne Marke. Total schlaksig und echt zum Schießen, wenn der erzählt. Das solltest Du Dir nicht entgehen lassen!

Ganz in der Nähe gibt es übrigens noch eine Tropfsteinhöhle, die man auf eigene Faust erkunden kann – wenn man sich traut. Die ist nämlich sehr eng und man muss sich durch die Spalten hindurch zwängen. Beleuchtung gibt es natürlich keine – also denk an Deine Stirnlampe.

4. Das alpine Hochgebirge verschlägt Dir den Atem

Wenn Du morgens um 6 Uhr aufstehst hast Du diesen fantastischen Blick auf die Luxmore Hut. Ganz langsam senkt sich der Nebel ab und öffnet den Blick auf Te Anau. Den größten Teil des Tages wandert man durch das alpine Hochgebirge und kann bei gutem Wetter die unwirkliche und atemberaubende Aussicht genießen.

5. Du kannst nachts den Rufen der Kiwis lauschen

Die zweite Nacht verbringst Du auf einer Lichtung inmitten von dichtem Südbuchenwald. Die Iris Burn Hut ist toll gelegen, in der Nähe kannst Du noch die Iris Burn Falls bewundern und eine Runde schwimmen. Aber Vorsicht, hier wimmelt es von Sandflies. 

Nachts solltest Du Deine Schuhe verknoten und aufhängen, hier treiben sich nämlich immer mal ein paar Keas rum, die sehr gerne die Schnürsenkel aus den Schuhen ziehen. Und wenn Du nachts ein seltsames Rufen vernimmst, dann sind das Kiwis, die auf der Suche nach einer Partnerin sind.

6. Am letzten Abend kannst du Marshmallows am Lagerfeuer rösten

Den letzten Abend verbringst Du in der Moturau Hut direkt am Ufer des Lake Manapouri. Sein klares, kaltes Wasser bietet sich hervorragend für ein erfrischendes (und reinigendes) Bad an.

Nach dem Abendessen kannst Du am Sandstrand des Sees ein Lagerfeuer machen und mit den Leuten, die Dich die letzten Tage begleitet haben, bei gerösteten Marshmallows den Abend ausklingen lassen. Kleiner Tipp, falls Du die Marshmallows vergessen hast – uns hatte die Rangerin die Tüte gestiftet.

Am nächsten Morgen geht’s dann wieder durch den wunderbaren Buchenwald zum Ausgangspunkt. Nach dem Track darf man dann schon ein bisschen stolz auf sich sein.

Kepler Track Unterkünfte

Die Hütten musst Du online im Voraus buchen. (DOC)
Die Schlafräume haben Etagenbetten mit Matratzen – keine Bettwäsche. Vergiss also deinen Schlafsack nicht. Es gibt keine Duschen, aber Waschbecken mit kaltem Wasser. Toiletten mit Spülung und Gaskocher stehen ebenfalls zur Verfügung. Du musst Dein Essen selbst mitbringen – den Müll bitte auch wieder mitnehmen und in Te Anau entsorgen.
Es gibt keine Steckdosen, nachts teilweise keine Beleuchtung. Deshalb die Stirnlampe nicht vergessen!

Kepler Track Beste Jahreszeit

Der November gehört mit zur besten Jahreszeit, um sich auf den Track zu begeben. Im neuseeländischen Frühling ist es meist schon angenehm warm und der Track ist dennoch nicht überlaufen.

Unsere Kepler Track Packliste (für November)

Der Kepler Track führt Dich bereits am ersten Tag hoch hinaus über die Baumgrenze und spätestens am zweiten Tag bewegst Du Dich in alpinem Terrain. Packe daher auf jeden Fall wärmere und winddichte Sachen ein, oben auf dem Bergkamm zieht es nämlich ganz schön.

Einen Kocher benötigst Du nicht aber Kochutensilien wie Topf und Geschirr schon. Zum Essen hatten wir diesmal nur leichte Sachen mit, nicht so wie auf dem Able Tasman Walk.

  • Mammut Hera Guide mit 55 + 15L
  • Petzl Tikkina 2 Stirnlampe
  • Basecap
  • Mammut Glider Zip Off Plus Trekkinghose → Hosenbeine können an- und abgezipt werden ohne dabei die Schuhe auszuziehen
  • Träger-Funktionsshirt
  • Funktionsshirt
  • Mammut Pro Shell Jacke, Adamello Jacket
  • Fleece Pullover
  • Fleece Jacke
  • Regenhose
  • Ultrasport Damen Thermounterwäsche → hat uns in den Bergen warm gehalten
  • Dünne Funktionsmütze von Odlo
  • Dünne Funktionshandschuhe von Odlo
  • FALKE Running Socken RU4
  • Mammut Nova Advanced GTX® Women → luftdurchlässig, wasserdicht, schnell trocknend und nicht zu schwer
  • Reisehandtuch Traveltowel – extra flauschig → trocknet schnell, L reicht aus
  • Mammut Outdoor Schlafsack Kompakt 3-Season

Unsere Kepler Track Essensliste

  • Die Mahlzeiten sahen so aus:
  • Porridge zum Frühstück, gibt es in vorportionierten Papierbeuteln und diversen Geschmacksrichtungen
  • Sandwich zum Mittag, jeder hatte ein Laib Brot mit
  • Butter, Frischkäse und Nutella in kleinen Plastikdöschen portioniert, die gibt es z. b. beim Countdown zu kaufen
  • Beef Jerky und getrocknete Salami zum Sandwich und für zwischendurch
  • Jeder drei Äpfel
  • Nuss-Trockenfrucht-Mischung
  • Schokolade, Kekse und Wein in einer Plastikflasche waren natürlich Luxus, machten uns aber ziemlich happy
  • Gefriergetrocknete Gerichte für abends von “Backcountry Cuisine”, gibt es viele verschiedene Sorten
  • Sigg Flasche 1 Liter, Trinkwasser zum nachfüllen gibt’s überall in den Hütten

Wie Du siehst, haben wir es uns gut gehen lassen. Ich denke die Rucksäcke lagen so zwischen 7 und 9 Kilo.

Weitere Infos zum Kepler Track und Neuseeland:
➜ DOC Department of Conservation – Alles zum Kepler Track


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